Reformation: Sonn- und Feiertage

Eine Woche nach dem Ende der Herbstferien ist Sonntag. Und zwar ist es einer dieser Sonntage, an denen es der Stadt Düsseldorf gefällt, die Geschäfte verkaufsoffen zu halten. Die Messe, die „K“. Für eine begrenzte Anzahl von Sonntagen im Jahr ist das der Stadt erlaubt. Aber war da nicht noch was an diesem Sonntag? Richtig, und selbst der Stadtdechant der katholischen Kirche hat’s gemerkt: die Protestanten haben Reformationstag. Der ist zwar kein Feiertag, aber als „Geburtstag der evangelischen Kirche“, wie meine Tochter ihn nennt, trotzdem ein ziemlich wichtiger Tag.

„Ohne Sonntag gibt es nur noch Werktage“ – dieser Sorge der Kirche, daß die Säkularisierung des Alltags, das allgemeine 24×7 unaufhaltsam weiter voranschreitet, ist ein weiteres Mal ein deutlicher Grund gegeben. Dabei ist die Kirche durchaus bereit zuzugeben, daß unser modernes Leben einiges an Wechsel bedeutet. Verkaufsoffene Sonntage werden wir nicht aufhalten können – und ehrlich, auch wir selbst schätzen ja diese modernen Zeiten. In den Wochenschlußgottesdienst kann man auch am Samstagabend gehen, Busfahrer, Tankwarte, Rettungsdienste, – nicht zuletzt Pfarrer – haben auch keinen freien Sonntag. Dennoch wurde hier eine Grenze überschritten, vielleicht gedankenlos, vielleicht sogar im Alltag von vielen Protestanten unbemerkt. Aber sie sollte uns anregen, uns noch einmal zu fragen, wohin wir steuern.

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